Vylyan
Villány
Villány ist eines der schönsten Weingebiete Ungarns, das seinen Rang auf eine Jahrhunderte alte Winzertradition und hervorragende Weine gründet.

Der lößige, lehmige Boden, der auf maritimem Sedimentkalkstein entstanden ist, bietet hervorragende Voraussetzungen für den Anbau von Reben, aus denen markante, kräftige Weine entstehen. Für den Charakter der Weine und ihre Qualität ist die Lage einer der wichtigsten Faktoren.
Auf Grund der Ost-West-Lage des Villányer Gebirges werden die Rebstöcke vor Nordwinden geschützt. Die Südhänge der Berge werden durch die Sonnenstrahlen erwärmt und hier in der Region Südbaranya ist die Zahl der Sonnenstunden die höchste in ganz Ungarn. Auch das spielt eine entscheidende Rolle für die Qualität des Weines.
Über die hervorragenden und besonderen Eigenschaften des Terroirs hinaus sind es auch die Jahrhunderte langen Winzertraditionen, die Villány zu einem der wichtigsten Rotweinanbaugebiete Ungarns macht.
Die Geschichte des Weinanbaus reicht bis zu den Kelten, nachweislich bis zu den Römern zurück. Bereits damals erkannte man, dass die sanften Hänge dieser Region, das starke Sonnenlicht und das Mikroklima hervorragende Voraussetzungen für den Weinanbau bieten.
Äußere Faktoren (Siedler, neue Sorten, neue Methoden des Weinanbaus und der Weinherstellung) spielten immer eine wesentliche Rolle und sind inzwischen zu einem festen Bestandteil der hiesigen Weinkultur geworden. Die Serben brachten auf ihrer Flucht vor den Türken den Kadarka in diese Region, und die Deutschen, die sich unter der Herrschaft Maria Theresias hier ansiedelten, machten den Blauen Portugieser heimisch und errichteten die für diese Weingegend heute so typischen Kellerdörfer.
Im XIX. Jahrhundert zerstörte eine verheerende Reblaus (Philoxera) in ganz Europa zahlreiche Weinstöcke. Mit dem Namen des Villányer Weinzüchters Zsigmond Teleki verbindet sich die Veredelung solcher widerstandsfähiger Unterlagssorten, mit deren Hilfe der Reblaus bald der Vergangenheit angehörte und man in ganz Europa mit der Neupflanzung der Rebstöcke beginnen konnte. Mit der Einführung und Züchtung dieser neuen Sorten erfuhr die Weinregion einen neuen Aufschwung.
Die wichtigste Veränderung, die das Leben heute in diesem Weingebiet beeinflusste, war, dass mit der Weinlese 2006 die Regelungen des Herkunftsschutzes in Kraft traten, durch die der Villányer Wein noch strengeren Anforderungen unterliegt, als es die Verfügungen des derzeit gültigen ungarischen Weingesetzes verlangen. Symbol dieses Herkunftsschutzes ist eine hübsche weiße Blume – die Ungarische Kikerics, die erste Blume in Ungarn, die unter Naturschutz gestellt wurde und die an keinem anderen Ort in Ungarn wächst, außer am Hang des Berges Szársomlyó im Villányer Gebirge.

